Heute den Swissair-DVD von SF DRS geschaut, zwei Dokumentarfilme von Hansjürg Zumstein über die Zeit bis zur Insolvenz, und über das Grounding selbst.

Am 2. Oktober 2001 blieb die Swissair-Flotte am Boden. Die Swissair, einst der Stolz der ganzen Nation, war pleite. Wie konnte es so weit kommen? Was spielte sich in den letzten Jahren und Tagen in diesem Konzern ab? […] Grundlage der beiden Filme bildet eine umfangreiche Recherchearbeit, bei der unter anderem interne Geschäftsunterlagen der Swissair eingesehen wurden, die Berichte von Ernst & Young und der Geschäftsprü-fungskommission des Ständerats, der belgische Parlamentsreport über die Sabena sowie zahlreiche Justizunterlagen.

Ich bin beeindruckt, wie überfordert einzelne Akteure gehandelt haben. Und es ist spannend zu schauen, wie sich die Politiker (Bundesrat Leuenberger) und Banker (Ospel und der Mann der CS) die zu Wort kommen, sehr distanziert und überlegt ausdrucken, und dafür manchmal fast nichts aussagen, währenddem die Leute der Swissair und Crossair (vor allem André Dosé) sich direkt und unverblümt dazu äussern, was geschehen ist.
Wieso das so ist? Wenn ich das direkt beantworten müsste, würde ich raten, dass das damit zu tun hat, dass die Politiker und Banker jetzt noch im Amt sind, und auf ihren Ruf achten müssen, währenddem die Swissairler, die zu Wort kommen, sowieso nie mehr einen richtigen Job haben werden. Oder ist es genau umgekehrt, und die Politiker und Banker haben jetzt noch einen Job, eben weil sie sich so ausdrucken können, und nicht alles direkt ansprechen und klar sagen müssen? Tja…
Auf jeden Fall hat das jetzt Lust gemacht auf den Spielfilm Grounding, bei dem Ospel zu Unrecht nicht so gut wegkommt.

2 Responses to “Swissair – die letzten Jahre und Tage”

  1. andreas Says:

    Man äusserst sich verhalten, wenn man nicht vor Gericht enden will. Sind ja nur noch ein paar Monate bis zur Verjährung, dann kann man wieder die Klappe aufreissen.

  2. maol Says:

    Ja 😉
    Mal sehen, ob ich noch in Bülach vorbeikann, um die Akteure bei Gericht zu sehen, wohne ja ganz in der Nähe!