Keine Chance für Kinder

June 18th, 2007

Das Stimmvolk hat entschieden: Keine Chance für Kinder. Die Initiative Chancen für Kinder wollte das Übel der Welt mit der beschränkten Giesskanne bekämpfen:

Chancen für Kinder will Familien mit noch nicht schulpflichtigen Kindern Ergänzungsleistungen zukommen lassen, sofern und solange sie kein existenzsicherndes Einkommen erzielen. Damit wird die Familienarmut bekämpft und erhalten diese Kinder die Chance, dass ihre Entwicklung nicht behindert wird, nur weil ihre Eltern über zu wenig Einkommen verfügen. Dass Kinder leider ein Armutsrisiko sind, weil durch sie hohe Kosten entstehen, die mit den vorhandenen Leistungen von Kinderzulagen, Kleinkinderbetreuungsbeiträgen usw. zu wenig aufgefangen werden, ist eine unbestrittene Tatsache.

Ich habe folgendes nicht verstanden:

  • Weshalb reichen die bisherigen Zuschüsse nicht (Fürsorge), und weshalb setzt man nicht dort an?
  • Weshalb soll es nur Zuschüsse bis zum Schuleintritt geben, sind die Familien nachher plötzlich nicht mehr arm?

Es hat mich deshalb nicht überrascht, dass die Mehrheit lieber die 110 Mio Fränkli sparen (resp. nicht zusätzlich ausgeben) wollte.

4 Responses to “Keine Chance für Kinder”

  1. Codo Says:

    Vorallem wird ein Kind erst mit Schuleintritt so richtig teuer. Vorher kann man auch mit recht wenig Geld gut mit Kindern klarkommen. Muss ja nicht der neuste Kinderwagen sein, es duerfen secondhand Kleider sein. Ab Schuleintritt sind gerade die Kleider nicht mehr so beliebt 😉 Aber auch sonst wird das Kind ab Schule teurer, da aelter. Es isst mehr, es braucht z.T. Schulmaterial usw usf.

    Die Initiative war irgendwie voellig am wirklichen Problem vorbei.

  2. maol Says:

    Jetzt hoffen sie auf die Eidgenossenschaft… mal sehen, was daraus wird.
    Ich bin auch dafür, dass arme Familien weiterhin unterstützung erhalten, oder dass man sogar die Giesskannenunterstützung für Kinder ausbaut. Aber das darf nicht mit zusätzlichen Geldern geschehen, sondern muss sonst irgendwo eingespart werden. Z.B. bei den Alten, die ja sowieso alle soviel Vermögen haben, dass sie nicht mehr soviel Hilfe brauchen wie Anfangs des letzten Jahrhunderts, wo diese Hilfeleistungen für Senioren definiert worden sind.
    Eine Umverteilungsinitiative: von den Alten für die Jungen! wäre also was Gutes!

  3. Longkong Says:

    Diese Initiative war eben KEINE Giesskanne, das ganze sollten _individuelle_ Ergänzungsleistungen werden, für die, die es wirklich brauchen!

    > Weshalb reichen die bisherigen Zuschüsse nicht (Fürsorge), und weshalb setzt man nicht dort an?

    Weil dort immer mehr und mehr gespart wird, ebenfalls müsste man hier die gesamte Sozialhilfe erhöhen, das wäre weitaus teurer..

    Weshalb soll es nur Zuschüsse bis zum Schuleintritt geben, sind die Familien nachher plötzlich nicht mehr arm?

    Doch, aber dann können wieder beide Elternteile arbeiten gehen, sonst ist es sinvoll wenn zumindest die meiste Zeit einer der Elternteile zuhause bleibt. Ja, es gibt Kinderkrippen, aber das ist ja nicht die ganze Woche, und man zeugt ja keine Kinder um sie nachher nur fremdbetreuen zu lassen..

    Man kann den Alten das Geld nicht wegnehmen, sowas zu fordern ist politscher Selbstmord 😉 Sind uns denn die Kinder so wenig Wert, dass man auch etwas mehr dafür ausgeben kann? Die Verwahrlosung, da man die Kinder vor lauter Arbeit nicht mehr betreuen kann wird längerfristig teurer, das interessiert aber irgendwie niemanden..

    Mich hat das klare Abstimmungsresultat etwas überrascht, aber der Initative ist auch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden, somit wussten die meisten nicht, was sie stimmen sollten und haben deshalb das Abstimmungsdossier gelesen. Danach stimmt man eh nur noch so ab wie es einem die Regierung vorschreibt..

  4. maol Says:

    Korrekt, diese Initiative war keine Giesskanne, aber ich hätte nichts dagegen, eine Giesskanne für Kinder einzurichten auf Kosten der Alten.
    D.h. Familien mit Kindern erhalten Steuererleichterungen bei geringen Einkommen, oder die Kinderzulagen werden massiv erhöht, oder, oder, oder…
    Im Moment habe ich aber einfach nicht das Gefühl, dass es die richtige Zeit ist, um mehr Geld für Soziales auszugeben, ohne dass es irgendwo sonst eingespart werden kann.